Einführung
Nach Inkrafttreten der Verordnung (EG) Nr. 1099/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates, des Gesetzes über digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA), müssen große Online-Plattformen (im EU-Recht als „Gatekeeper” bezeichnet) ihre Vorgehensweise bei der Erhebung und Verarbeitung von Nutzerdaten ändern. Auch für Website- und Online-Shop-Betreiber, die von Gatekeepern bereitgestellte Tools nutzen, gelten Änderungen. die Notwendigkeit, obligatorische Änderungen einzuführen und kann unangenehme Folgen für diejenigen haben, die ihre Website nicht an die neuen Anforderungen anpassen.
In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit Googles Mechanismus zur Einwilligungsverwaltung, dem Google Consent Mode v2. Wir erklären Ihnen außerdem, warum Sie diesen auf Ihrer Website oder in Ihrem Online-Shop implementieren sollten, um den Zugriff auf Googles Marketing-Tools nicht zu verlieren.
Was ist der Google Consent Mode v2?
Der Google Consent Mode v2 ist eine Erweiterung des Google Consent Mode und ermöglicht es Nutzern, ihren aktuellen Einwilligungsstatus für eine bestimmte Website mitzuteilen. Dadurch können andere Google-Tools, wie beispielsweise Google Ads, Daten auf Grundlage der erteilten (oder nicht erteilten) Einwilligung verarbeiten.
Google Consent Mode v2 führt zwei zusätzliche Zustimmungsparameter ein: Werbe-Nutzerdaten, das steuert, ob Nutzerdaten zu Werbezwecken an Google gesendet werden dürfen und Werbepersonalisierung hinsichtlich der Einbeziehung personalisierter Werbung.
Die Einwilligung selbst erfolgt wie bisher über ein Cookie-Banner. Es gibt jedoch Unterschiede hinsichtlich der Art der an Google übermittelten Daten, je nachdem, welche der beiden verfügbaren Methoden gewählt wird.

Welche Arten von Consent Mode v2 gibt es?
Google hat zwei Versionen des Einwilligungsmodus v2 eingeführt: die Basis- und die Erweiterte Version. Beide regeln, was mit Nutzerdaten geschieht, wenn die Einwilligung verweigert wird. In der Basisversion wird bei fehlender Einwilligung die Datenübertragung an Google blockiert, einschließlich der Benachrichtigung über die Verweigerung. Das heißt, die Google-Tags, die für die Datenerfassung und -übertragung an die Plattform zuständig sind, werden nicht ausgelöst. In der erweiterten Version werden die Google-Tags geladen, bevor das Einwilligungsbanner angezeigt wird.
Wenn Sie die Verarbeitung Ihrer Daten ablehnen, werden keine Daten für Analyse- und Werbezwecke von Google Tags erfasst. Personalisierte Werbung wird in diesem Fall ebenfalls deaktiviert. Es werden jedoch sogenannte „Cookieless Pings” gesendet, die Informationen enthalten, welche die Identifizierung einzelner Nutzer erschweren. Mit Ihrer Einwilligung ermöglicht Ihnen die erweiterte Version die Messung und Analyse von Conversions, was Einfluss auf die Wahl Ihrer Marketingstrategie hat.
Grundlagen vs. Fortgeschritten – welche Daten können wir in Marketingkampagnen nutzen?
Die Wahl zwischen dem einfachen und dem erweiterten Einwilligungsmodus v2 kann die Effektivität Ihrer Werbekampagne beeinflussen. Es ist nicht überraschend, dass Nutzer, die nicht einwilligen, oft eine geringere Conversion-Rate aufweisen. Im einfachen Einwilligungsmodus werden Google-Tags blockiert, bis der Nutzer seine Einwilligung erteilt. Dadurch verringert sich die Datenmenge über Besucher, die nicht eingewilligt haben. In dieser Version sendet Google auch keine Cookieless-Pings mehr, die grundlegende Informationen über abgemeldete Nutzer sammeln. Dies erschwert die Conversion-Modellierung, da wir uns auf Googles allgemeines Modell stützen müssen.
Die erweiterte Version bietet die Möglichkeit, „Cookie-lose Pings” zu senden, was die Conversion-Modellierung in Google Analytics und Google Ads ermöglicht. Als Website- oder Online-Shop-Betreiber können Sie die tatsächliche Conversion-Rate sowohl von Nutzern mit als auch ohne Einwilligung überprüfen.

Warum ist der Google-Zustimmungsmodus notwendig?
Die Implementierung des Google Consent Mode v2 ist erforderlich, wenn Sie die Google-Marketingdienste ab März 2024 weiterhin nutzen möchten. Selbst die Basisversion bietet Ihrer Website oder Ihrem Shop deutliche Vorteile gegenüber der Nichtimplementierung des Google-Mechanismus. Ihre Website oder Ihr Shop kann weiterhin das allgemeine Conversion-Modell verwenden. Mit dem erweiterten Consent Mode sind die Vorteile durch den Zugriff auf mehr Daten noch größer, was zu einer besseren Kampagnenoptimierung und präziseren Ergebnisberichten führt. Die Nichtimplementierung einer Version des Google Consent Mode führt zur Blockierung von Remarketing und Conversion-Tracking.
Ist das das Ende der Veränderungen?
Vermutlich nicht, da die allgegenwärtigen Cookie-Banner die Nutzer daran gewöhnt haben, unbewusst in die Datenverarbeitung einzuwilligen. Zudem lässt sich ein deutlicher Trend zur zunehmenden Bedeutung der Datenerhebung beobachten, die den sich ständig weiterentwickelnden Standards in diesem Bereich entspricht. Solange sich die Methode der Einwilligungserhebung jedoch nicht ändert, werden Consent-Management-Systeme weiter an Bedeutung gewinnen und regelmäßige Aktualisierungen durch Website- und Online-Shop-Betreiber erfordern.